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Öffnungszeiten:

Mo. 12 - 19 Uhr,
Di. - Fr 13 - 18 Uhr
Sendlinger Str. 7 (Innenhof)
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SchlaU - Schule für junge Flüchtlinge

Schertlinstraße 4
81379 München

089 4111 931-10
089 4111 931-98

http://www.schlau-schule.de

SELBSTDARSTELLUNG von SchlaU:

Schulanaloger Unterricht für junge Flüchtlinge

An der SchlaU-Schule werden rund 300 junge Flüchtlinge analog zum Kernfächerkanon der bayerischen Mittelschulen in bis zu 20 Klassen unterrichtet und zum Schulabschluss geführt. Die Unterstützung der Schüler*innen umfasst neben dem Schulunterricht eine gezielte, intensive individuelle Förderung, die es den Jugendlichen bereits nach kurzer Zeit ermöglicht, in das deutsche Regelschul- und Ausbildungssystem einzusteigen. Durch unser Programm "SchlaU Übergang Schule-Beruf" werden Ehemalige während der Ausbildung oder dem Besuch einer weiterführenden Schule nachbetreut. Um den Erfahrungswert der letzten 20 Jahre deutschlandweit nutzbar zu machen, wurde im Januar 2016 die SchlaU-Werkstatt für Migrationspädagogik gegründet. Zu den Tätigkeitsbereichen der SchlaU-Werkstatt zählen: Forschungsarbeit, ein umfangreiches und fortschrittliches Fortbildungsangebot und die Herausgabe einer umfangreichen Unterrichtsmaterialreihe.

Förderung in den unterschiedlichen Schulstufen

Das Team der SchlaU-Schule versteht Schule als Raum des gemeinsamen Lernens, der Persönlichkeitsentwicklung fördert und Zukunftschancen eröffnet. Im Unterschied zur Regelschule setzt das Konzept des schulanalogen Unterrichts für junge Flüchtlinge auf ein durchlässiges Klassenstufensystem und auf geringe Klassenstärken mit durchschnittlich 16 Lernenden pro Klasse. Denn die unterschiedlichen Lebenswege und Lernbiografien der SchülerInnen machen eine individuelle und vor allem auch sozialpädagogische Betreuung unabdingbar.

Der Schulbesuch bei SchlaU erstreckt sich über einen Zeitraum von einem bis vier Jahren, je nach Vorbildung und individuellem Lernfortschritt. Die Klasseneinteilung erfolgt anhand eines in der Praxis entwickelten Einstufungstests. Dieser testet sowohl den schriftlichen wie den mündlichen Sprachstand unter Einbeziehung der natürlichen Spracherwerbsstufen sowie Mathematikkenntnisse. Übergreifend werden eine Alphabetisierungs-, eine Grund-, eine Mittel- und eine Abschlussstufe unterschieden, die jeweils in Klassen unterschiedlichen Förderschwerpunktsetzungen unterteilt werden. Das Fach Mathematik wird aus dem Klassenverbund ausgegliedert und in einem begleitenden Kurssystem unterrichtet. Denn die mathematischen Kenntnisse der SchülerInnen differieren meist erheblich innerhalb der einzelnen Klassen und sind unabhängig vom aktuellen Sprachstand zu betrachten. Das offene Schulsystem ermöglicht einen unterjährigen Wechsel der SchülerInnen in höhere Klassenstufen, um Unter- wie Überforderungen adäquat begegnen und die Motivation der Lernenden halten zu können. Leistungserhebungen werden regelmäßig in Form von mündlichen wie schriftlichen, benoteten Tests durchgeführt. Analog zum staatlichen Schulsystem vergibt die Schule zweimal jährlich Zeugnisse zur Lernstandserhebung der Jugendlichen, die von Lernentwicklungsgesprächen begleitet werden. Ein Durchfallen im klassischen Sinn ist nicht möglich, da die einzelnen Klassenstufen nicht über einheitlich zu erreichende Schuljahreslernziele verfügen. Diese liegen im Ermessen des Lehrendenteams und variieren von Klasse zu Klasse und von SchülerIn zu SchülerIn. Für den Übertritt von Stufe zu Stufe gelten jedoch Kompetenzvorgaben, welche die Übergänge regeln. Dadurch behält sich das Lehrendenteam vor, einzelne SchülerInnen innerhalb der gleichen Stufe nachfolgend in unterschiedlichen Kompetenzförderstufen zu unterrichten.

Lernen in der Alphabetisierungs-, Grund- und Mittelstufe

Das Hauptaugenmerk in der Alphabetisierungsstufe liegt auf der Alphabetisierung in lateinischer Schriftsprache, Basiskenntnissen des deutschen Grammatiksystems, einfacher Mathematik und einer ersten Orientierung in den Fächern Ethik, GSE (Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde), AWT (Arbeit, Wirtschaft, Technik), Sport, Kunst und Musik.

In der Grund- und Mittelstufe werden die Inhalte in diesen Fächern ausgebaut und die Fächer IT und PCB (Physik-Chemie-Biologie) eingeführt. Neben Fachwissen wollen wir wichtiges allgemeines Wissen und Schlüsselkompetenzen vermitteln, da dies die Teilhabe an der Gesellschaft erleichtert so z. B. der gleichberechtigte Umgang miteinander, unabhängig von Gender, Herkunft, Alter und sozialem Status, ebenso wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

Lernen in der Abschlussstufe

In der Abschlussstufe, die analog dem staatlichen Schulsystem mit Klasse 9 bzw. 10 benannt ist, werden die SchülerInnen auf die Prüfungen zum Erfolgreichen Mittelschulabschluss (HASA), auf den Qualifizierenden Mittelschulabschluss (QUALI) oder den Mittleren Schulabschluss vorbereitet, die sie jeweils extern an einer unserer Kooperationsschulen ablegen. Bei der Aufnahme in eine Abschlussklasse spielen für uns nicht nur die schulischen Leistungen eine Rolle, genauso wichtig ist die Frage, ob der Schüler oder die Schülerin generell ausbildungsreif ist, d. h. in der Lage ist, nach dem Abschluss in Ausbildung und Berufsschule zurechtzukommen. Oft ist es sinnvoller, sich mit dem Abschluss ein Jahr länger Zeit zu lassen, anstatt die Schule schnellstmöglich zu absolvieren und dann in der Ausbildung zu scheitern.

QUELLE: www.schlau-schule.de (05/2020)

Jugendinfo München