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Bundestagswahl 2021 - Alles klar?

Am 26. September findet die nächste Bundestagswahl statt. Egal, ob Erstwähler*in, alter* Hase oder alte* Häsin - manchmal ist nicht immer alles klar. Deswegen haben wir die wichtigsten Infos rund um die Bundestagswahl zusammengestellt und die Fragen: Wozu? Wann? Wer? Wo? Wie? beantwortet.

Wozu Bundestagswahlen?

Bei den Bundestagswahlen werden politische Parteien ins deutsche Parlament - den Bundestag gewählt. Sie agieren dann für vier Jahre als Vertreter* und Vertreterinnen* ihrer Wähler* und Wählerinnen*.

Bei den Bundestagswahlen wählen wir also unsere Vertreter*innen. Der Bundestag ist somit eine Institution, dessen Mitglieder direkt von uns gewählt werden.

Die Partei, welche die meisten Stimmen bekommt, bildet in der Regel die Regierung und stellt die Bundeskanzlerin* bzw. den Bundeskanzler*. Im Bundestag werden wichtige Entscheidungen getroffen, indem zum Beispiel Gesetze beschlossen oder abgeschafft werden. Dies beeinflusst unser Leben.

Wann sind die Bundestagswahlen?

Die Bundestagswahlen gibt es alle vier Jahre.
Die nächste Bundestagswahl ist am Sonntag, den 26. September 2021.

Wer darf überhaupt wählen?

Den deutschen Bundestag dürfen deutsche Staatsbürger* und Staatsbürgerinnen* wählen, die am Tag der Wahl mindestens 18 Jahre alt sind. Sie müssen ununterbrochen seit mindestens drei Monaten in Deutschland gelebt und ihr Wahlrecht nicht verloren haben. (Deutsche, die daurehaft im Ausland leben und in Deutschland nicht gemeldet sind, müssen die Teilnahme an der Bundestagswahl beantragen.)

Wie erfahre ich, dass ich wählen darf?

Etwa vier bis sechs Wochen vor der Wahl bekommt jede wahlberechtigte Person eine Wahlbenachrichtigung mit der Post zugeschickt.

Auf der Wahlbenachrichtigung stehen unter anderem: das Datum der Wahl, der Wahlbezirk, die Nummer im Wählerverzeichnis, der Ort, wo sich das Wahllokal befindet, sowie die Angabe, ob das Wahllokal einen barrierefreien Zugang hat. Der Wahlbenachrichtigung liegt auch der Antrag für die Briefwahl bei.

Um diese Wahlbenachrichtigung zu bekommen, muss eine Person im „Wähler*in-Verzeichnis“ eingetragen sein. Du wirst automatisch in das Wählerverzeichnis der Gemeinde eingetragen, in der du gemeldet bist.

Beispiel: Wenn du in München gemeldet bist, wirst du im Wählerverzeichnis von München aufgenommen.

Du kannst dich auch selbst in ein Wählerverzeichnis eintragen lassen. Zum Beispiel, wenn du an einem anderen Ort wählen möchtest. Dafür musst du spätestens bis zum 21. Tag vor der Wahl einen Antrag auf Eintragung in das Wählerverzeichnis stellen.

Wo wird gewählt?

Du kannst entweder in einem Wahllokal oder durch Briefwahl wählen.

Wahl im Wahllokal:

Die genaue Adresse deines Wahllokals steht auf der Wahlbenachrichtigung. Wahllokale werden in öffentlichen Gebäuden wie Schulen oder im Rathaus eingerichtet. Die Wahllokale sind am Tag der Wahl in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Du kannst nur während dieser Zeit deine Stimme abgeben. Die Wahlberechtigung soll in das Wahllokal mitgebracht werden. Im Wahllokal bekommst du den Stimmzettel. Wenn du deine Wahlberechtigung verlierst, kannst du unter Vorlage eines gültigen Ausweisdokuments wählen.

Briefwahl:

Die Briefwahl ist nur auf Antrag möglich. Den Antrag auf Wahlschein und Briefwahlunterlagen kannst du schriftlich oder mündlich in der Gemeinde deines Hauptwohnortes stellen. Der Antrag muss Familien- und Vornamen, Geburtsdatum und die Wohnanschrift enthalten. Auf die Möglichkeit der Briefwahl wird auch in der Wahlbenachrichtigung hingewiesen.

Achtung! Beachte die Frist, bis wann du die Briefwahl beantragen kannst. Wenn du Briefwahl beantragt und deine Wahlunterlagen bekommen hast, sorge dafür, dass du den Wahlbrief rechtzeitig mit der Post versendest oder fristgemäß direkt bei der Stelle (steht auf dem Wahlbriefumschlag) abgibst! Zu spät eingegangene Wahlbriefe werden bei der Stimmenauszählung nicht mehr berücksichtigt.

Wie gebe ich meine Stimme ab?

Bei der Bundestagswahl kannst du dein Wahlrecht nur einmal und nur persönlich ausüben. Das heißt, dass du nur ein Mal den Stimmzettel erhältst.

Den Stimmzettel bekommst du direkt im Wahllokal. Wenn du die Briefwahl beantragt hast, wird er dir persönlich zugeschickt.

Wie sieht ein Stimmzettel aus?

Auf dem Stimmzettel steht „Sie haben 2 Stimmen“. Das bedeutet, dass du insgesamt zwei Kreuze auf dem Stimmzettel machen kannst.
Jeweils ein Kreuz bei der „Erststimme“ und ein Kreuz bei der „Zweitstimme“.

Mit der „Erststimme“ wählst du einen Kandidaten* oder eine Kandidatin* aus deinem Wahlkreis. Der Kandidat* oder die Kandidatin* mit den meisten Erststimmen erhält ein Direktmandat und kommt als Abgeordnete*r in den Bundestag. Alle anderen Kandidaten*innen* gehen leer aus.

Mit der „Zweitstimme“ wählst du eine Partei. Parteien, die die meisten Zweitstimmen erhalten, bekommen die meisten Sitze im Bundestag. Wenn eine Partei zum Beispiel 25 % der Zweitstimmen erhält, bekommt sie mindestens 25 % der Sitze im Bundestag. (Parteien müssen aber mindestens 5 % aller Zweitstimmen oder drei Wahlkreise gewonnen haben, um in den Bundestag zu kommen).

Mit der Zweitstimme entscheidest du dich also nicht direkt für eine Person, bei der du ein Kreuz gemacht hast, sondern eigentlich für die Partei (Landesliste), in der diese Person ist. Je mehr Stimmen eine Partei bekommt, umso mehr Kandidaten* und Kandidatinnen* von der Liste dieser Partei dürfen in den Bundestag. Wer einen Sitz im Bundestag bekommt, hängt von der Platzfolge auf dieser Landesliste ab. Personen, die oben stehen, kommen eher dran.

Im Bundestag gibt es aktuell 598 Sitze. Bei der Vergabe der Plätze im Bundestag gilt: zuerst die Direktkandidaten (Erststimme), dann die Kandidaten von den Landeslisten (Zweitstimme).

Obacht!
Wenn du zu viel ankreuzt, den Stimmzettel mit Kommentaren oder Zeichnungen „verschönerst“, wird dieser ungültig. Das bedeutet, deine Stimme wird nicht mitgezählt.

Wen soll ich wählen?

Wen du wählst, entscheidest ganz alleine du!

Zunächst überlege dir, welche Themen für dich wichtig sind. Wie sollte deiner Meinung nach das gesellschaftliche Zusammenleben in Deutschland aussehen? Was muss sich ändern? Was läuft gut? Was könnte besser werden? Welche Kompromisse hältst du für möglich? Wie können die Ziele erreicht werden? Was ist überhaupt umsetzbar? …

Dann überlege dir, wer und welche Partei deine Interessen am besten vertreten könnte.

Hast du schon vom Wahl-O-Mat gehört? Bei der Bundeszentrale für politische Bildung gibt es anlässlich der Wahlen einen Wahl-O-Mat. Es ist ein Frage-und-Antwort-Tool und ähnelt einem Quiz. Das Ergebnis zeigt, welche Partei der eigenen politischen Position am nächsten steht. Mehr Infos zum Wahl-O-Mat findest du unter: www.bpb.de. Der Wahl-O-Mat startet zwei bis vier Wochen vor dem 26. September 2021.

Jede Partei hat eine eigene Homepage. Dort kannst du dich über deren Ansichten informieren. Beispielsweise kannst du das Parteiprogramm abrufen.

Ein Parteiprogramm ist in der Regel lang und vielleicht nicht leicht zu lesen. Versuche es dir aber anzuschauen. Manchmal gibt es auch Kurzfassungen. Welche Themen werden dort angesprochen? Was wird gefordert? Welche Lösungen werden angeboten? Wie findest du es?

Es kann sein, dass keines der politischen Programme voll und ganz deinen Vorstellungen und Überzeugungen entspricht. Überlege dir, welche politische Position deiner am nächsten kommt.

Im Vorfeld der Bundestagswahlen betreiben die Parteien Wahlkampf. Dazu gehören auch Treffen mit Bürgern* und Bür-gerinnen* vor Ort oder in Online-Live-Veranstaltungen. Bei solchen Treffen kannst du die Kandidaten* und Kandidatinnen* live erleben und direkt deine Fragen stellen.

Eine weitere Möglichkeit die Politiker*innen direkt zu fragen, bietet www.abgeordnetenwatch.de. Bürger*innen können hier ihre Fragen an die Abgeordneten und Kandidierenden schicken oder die Antworten auf bereits gestellte Fragen nachlesen. Auf dem Portal kannst du außerdem das Abstimmungsverhalten und die Ausschussmitgliedschaften der Abgeordneten sowie ihre Nebentätigkeiten nachschauen.

Während des Wahlkampfs wird besonders viel über die politischen Parteien und deren Kandidaten* und Kandidatinnen* in den Medien berichtet. Nachrichten werden ebenfalls in den sozialen Netzwerken verteilt und diskutiert. Das kann sehr spannend sein. Beachte aber – nicht jede Meldung in den sozialen Netzwerken muss stimmen. Leider gibt es immer wieder Falschmeldungen und Fake-News. Das sind Nachrichten, die absichtlich falsch und irreführend sind. Das betrifft nicht nur Texte. Auch Bilder und Videos können manipuliert werden.


Überprüfe daher die Quellen und Angaben der Nachrichten, welche du liest. Wer behauptet was? Kann die Information stimmen?

Tipp: In vier Schritten die Falschmeldungen identifizieren:

  1. Quelle überprüfen.

Wer steckt hinter einem Inhalt? Ein Blick auf die Autor*innen oder ins Impressum einer Website sollte zeigen, wer hinter dem Inhalt steht (Parteilichkeit, Kompetenz, Intention). Fehlt eine Adresse oder ist ein Postfach im Ausland angegeben, sollte das kritisch hinterfragt werden.

  1. Fakten:

Stimmt das, was behauptet wird? Nicht alles ist wahr! Wird das Thema auf anderen Seiten ähnlich aufgearbeitet, oder erscheint es sogar exakt im gleichen Wortlaut?

Kopierte Inhalte deuten auf unseriöses Copy & Paste-Verhalten hin. Texte, die verkürzt nur auf Schlagzeilen beruhen, wenig Inhalt und viel Meinung präsentieren, sollten mit Vorsicht genossen werden.

  1. Bilder:

Überprüfen, ob das verwendete Bild wirklich zum Text gehört oder bear-beitet ist.
Bei Falschmeldungen werden oft Bilder aus anderen Kontexten verwendet. Eine Rückwärts-Bildersuche kann helfen, dem Original auf die Spur zu kommen.

  1. Aktualität:

Aus welcher Zeit stammen die Informationen? In Suchmaschinen hilft ein voreingestell-ter Filter, der den Zeitraum der Ergebnisse einschränkt, die neuesten Informationen zu einem Thema zu finden.

(Aus der Broschüre: „Fakt oder Fake? Wie man Falschmeldungen entlar-ven kann“ (Seite 5). Hrsg. Klicksafe c/o Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK). Weitere Infos zu Fake-News und kostenlose Materialien als PDF erhältlich unter: www.klicksafe.de)

Noch Fragen?!

Wenn du noch Fragen hast und mehr Informationen brauchst, schau im JIZ vorbei. Bei uns findest du kostenlose Materialien rund um die Bundestagswahlen, den Bundestag und über Fake-News.

Weitere Infos online findest du auch hier:

JIZ-Instagram #jiz_muc

Bundeszentrale für politische Bildung:

www.bpb.de

Fake News Finder:

www.checkdiefakten.feierwerk.de

Fakefinder des Südwestrundfunks:

www.swr.de/unternehmen/medienkompetenz/fakefinder-100.html

Fakefinder von Correctiv:

www.correctiv.org

Infos rund um Medien & Fake News:

www.klicksafe.de

Und ganz wichtig:
Nutze dein Wahlrecht und gehe wählen!

Hinweis: Alle Angaben ohne Gewähr. Wir haben nach bestem Wissen die Informationen rund um die Bundestagswahl und das Wahlverfahren recherchiert und zusammengestellt. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und freuen uns über alle Rückmeldungen.

Text & Bild: JIZ

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